Ordnung mit System: Wie Schleuniger die Montage effizienter gestaltet
Wer die Montagehalle von Schleuniger betritt, merkt schnell: Hier hat jedes Werkzeug seinen festen Platz. Offene Werkzeugwagen voller unterschiedlichster Hilfsmittel sucht man vergeblich. Stattdessen prägen klar strukturierte Arbeitsplätze, standardisierte Abläufe und durchdachte Ordnungssysteme das Bild.
Diese Arbeitsweise kommt nicht von ungefähr. Die Schleuniger AG beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Lean Management und der kontinuierlichen Verbesserung ihrer Prozesse. Das Unternehmen entwickelt und produziert Maschinen für die Kabelverarbeitungsindustrie und gehört zur weltweit tätigen Komax Gruppe. Die Lösungen von Schleuniger kommen überall dort zum Einsatz, wo Kabel automatisiert geschnitten, abisoliert, konfektioniert oder zu komplexen Kabelbäumen verarbeitet werden.
Mit Niederlassungen und Vertriebsgesellschaften rund um den Globus ist Schleuniger international aufgestellt. Gleichzeitig wird am Standort in der Schweiz kontinuierlich daran gearbeitet, die internen Abläufe weiterzuentwickeln und die Produktion noch effizienter zu gestalten.
Lean beginnt am Arbeitsplatz
Für Michael Zbinden, Gruppenleiter Operational Excellence bei Schleuniger, beginnt Lean nicht bei grossen Projekten, sondern im täglichen Arbeitsumfeld. Die kontinuierliche Verbesserung von Prozessen gehört bei Schleuniger seit vielen Jahren zur Unternehmenskultur. Im Zentrum steht der Lean-Gedanke mit dem Ziel, Arbeitsabläufe möglichst einfach, transparent und effizient zu gestalten.
Ein wichtiger Schritt war die konsequente Standardisierung der Montagearbeitsplätze. Während früher Werkzeugwagen mit unterschiedlichsten Werkzeugen bestückt wurden, konzentriert man sich heute darauf, den Mitarbeitenden genau die Hilfsmittel bereitzustellen, die sie für ihren jeweiligen Arbeitsschritt benötigen.
Aus diesem Ansatz entstanden zunächst einfache Werkzeugboards. Schnell zeigte sich jedoch, dass eine professionellere Lösung notwendig war. Der Wunsch nach mehr Ordnung und standardisierten Arbeitsplätzen führte zunächst zu ersten Eigenlösungen. Schaumstoffeinlagen wurden intern zugeschnitten und verschiedene Materialien getestet. Im täglichen Einsatz zeigte sich jedoch schnell, dass für einen nachhaltigen und professionellen Einsatz eine industriell gefertigte Lösung erforderlich war.
Mehr Übersicht, weniger Suchaufwand
Auf der Suche nach einem geeigneten Partner stiess Schleuniger auf Brütsch/Rüegger Tools. Gemeinsam wurden individuelle Schaumstoffeinlagen entwickelt, die exakt auf die Anforderungen der Montage abgestimmt sind.
Besonders geschätzt wurde dabei die partnerschaftliche Zusammenarbeit:
«Wir hatten bereits konkrete Vorstellungen. Gemeinsam mit Brütsch/Rüegger Tools konnten wir die Lösungen aber nochmals deutlich weiterentwickeln».
Heute kommen nicht nur Standardwerkzeuge zum Einsatz. Auch spezielle Lehren, Vorrichtungen und Sonderwerkzeuge wurden in die Einlagen integriert. Dadurch entsteht ein Arbeitsplatz, an dem auf einen Blick ersichtlich ist, welches Werkzeug vorhanden ist und ob etwas fehlt.
Die Vorteile zeigen sich unmittelbar im Arbeitsalltag. Werkzeuge müssen nicht gesucht werden, Beschädigungen werden schneller erkannt und die Ordnung am Arbeitsplatz bleibt dauerhaft erhalten. Die Schaumstoffeinlagen sorgen für klar definierte Werkzeugplätze und schaffen auf einen Blick Übersicht. Fehlende Werkzeuge fallen sofort auf, gleichzeitig werden Ordnung und ein sorgfältiger Umgang mit den Arbeitsmitteln im Alltag unterstützt.
Ordnung schafft Effizienz
Neben der verbesserten Übersicht hat sich auch die Arbeitsweise verändert. Die Werkzeuge befinden sich genau dort, wo sie benötigt werden. Häufig verwendete Hilfsmittel sind besonders leicht zugänglich, während selten genutzte Werkzeuge bewusst weiter hinten platziert werden.
Diese sogenannte Best-Place-Philosophie sorgt dafür, dass die Mitarbeitenden effizient arbeiten können und unnötige Bewegungen vermieden werden.
Gleichzeitig unterstützen die standardisierten Arbeitsplätze dabei, Prozesse konsequent einzuhalten und neue Mitarbeitende schneller einzuarbeiten. Die Werkzeuge führen die Mitarbeitenden gewissermassen durch den Arbeitsablauf und schaffen zusätzliche Sicherheit im täglichen Betrieb.
Nächste Schritte bereits in Planung
Die Optimierung der Arbeitsplätze ist für Schleuniger jedoch nur ein Baustein einer umfassenderen Weiterentwicklung. Aktuell beschäftigt sich das Unternehmen gemeinsam mit Brütsch/Rüegger Tools bereits mit weiteren Projekten.
Im Fokus stehen dabei insbesondere die Bewirtschaftung von Verbrauchsmaterialien sowie die weitere Automatisierung der Beschaffungsprozesse. Geprüft werden unter anderem Ausgabesysteme für Verbrauchsmaterialien sowie digitale Lösungen, die Bestellungen und Nachschubprozesse weitgehend automatisiert abwickeln.
Fazit
Bei Schleuniger zeigt sich eindrücklich, dass Lean Management nicht nur aus Methoden und Kennzahlen besteht. Oft sind es scheinbar kleine Verbesserungen im Arbeitsalltag, die einen spürbaren Unterschied machen.
Die individuell gestalteten Schaumstoffeinlagen schaffen mehr Übersicht, reduzieren Suchzeiten und fördern eine strukturierte Arbeitsweise. Gleichzeitig bilden sie die Grundlage für weitere Optimierungen rund um Materialversorgung, Arbeitsplatzgestaltung und Prozessautomatisierung.
Oder wie Michael Zbinden es zusammenfasst: