24 Milliarden pro Jahr! Runter mit den Krankheits- und Unfallkosten

Mitarbeiterausfälle kosten Schweizer Unternehmen über 30 Milliarden Franken pro Jahr. Definitiv ein Grund zum Handeln: Für mehr «Gegensteuer» in der Schweizer MEM-Branche sorgt das LEA Lerncenter für Ergonomie und Arbeitsgestaltung von Brütsch/Rüegger Tools, das dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert.

Bis zu 1000 Franken kostet ein Fehltag eines Mitarbeitenden in einem Schweizer KMU.

Mit 24 Milliarden Franken pro Jahr – also 77 % – sind Krankheiten und Unfälle Absenzgrund Nummer 1. Nur im Pandemiejahr 2020 sorgte Kurzarbeit für noch mehr Arbeitsausfälle in der Schweiz.

Otmar Wittensöldner, Gründer des LEA Lerncenter für Ergonomie und Arbeitsgestaltung, störte schon in den 90er-Jahren die Vernachlässigung von Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Überdurchschnittlich viele Fehltage wegen vermeidbaren Unfällen oder gesundheitliche Schäden wurden einfach als «unvermeidbar» zur Kenntnis genommen. Den Ursachen wurde viel zu wenig Beachtung geschenkt. «Damals gab es zwar Kurse über die Optimierung von Arbeitsplätzen, doch das waren nur trockene Theoriestunden», erinnert sich der mittlerweile pensionierte Ergonomiespezialist. Im Unterricht präsentierte Unfallstatistiken waren schnell wieder vergessen und nur selten wurden Ideen im eigenen Unternehmen umgesetzt.

Praxisorientierte Seminare und Workshops

Das von Otmar Wittensöldner aufgebaute Lerncenter für Ergonomie und Arbeitsgestaltung LEA wird seit 2016 von Brütsch/Rüegger Tools in Urdorf betrieben und vermittelt den Teilnehmenden mit modernen Lernstationen die notwendigen Grundlagen der Arbeitsgestaltung und Ergonomie.

Die 3 Trainer Reto Gruber, Sergej Steiner und Ilija Calusic setzen sich dafür ein, dass möglichst überall gesund und sicher gearbeitet wird. Dabei inspizieren, besprechen und optimieren sie Arbeitsstationen und ganze Produktionslinien. Damit verbunden ist in jedem Fall auch eine höhere Effizienz und eine gesteigerte Produktivität. Kein Wunder, sind die praxisorientierten Seminare und Workshops auch fester Bestandteil von Ausbildungen renommierter Schweizer Institute wie der Swissmem Academy, der sfb, dem BZWU oder dem WZR.

Beschwerden am Muskel-Skelett-System sind die häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit.

Um sich den «Papierübungen» zu entledigen, beschloss Otmar Wittensöldner 1998 mit seinen Fachlehrpersonen, ein handlungsorientiertes Lernen in die Tat umzusetzen. In einem alten Sulzer-Gebäude in Winterthur startete er im Rahmen der Swissmem Kaderschule mit einem Ausbildungszentrum, wo die Teilnehmenden mit ergonomisch zweckmässigen Geräten und Einrichtungen praxisrelevante Arbeitsplätze einrichten mussten. Das dabei Erlebte wurde reflektiert und die jungen Führungskräfte mussten für ihr Verantwortungsbereich konkrete Umsetzungsschritte formulieren, die sie in ihrem Unternehmen umsetzen konnten.


Technologisch hat sich einiges getan in den letzten 20 Jahren. Heutzutage werden zum Beispiel schwere Teile mit Saugnapfvorrichtungen gehoben – aber noch heute leiden Mitarbeitende oft unter ‹Steinzeit-Arbeitsmethoden›!
Otmar Wittensöldner
Gründer LEA

20 Jahre LEA

3 Jahre später hatte Otmar Wittensöldner einen Verein auf die Beine gestellt und es entstand in Bergdietikon das LEA Lerncenter für Ergonomie und Arbeitsgestaltung, das dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert. Über die Jahre hinweg wurde das Kursprogramm laufend erweitert und neue technologische Errungenschaften miteinbezogen. «Zu Beginn meiner Aktivitäten wussten viele nicht einmal, dass es auch für Linkshänder Werkzeuge und Vorrichtungen gab», sagt Otmar Wittensöldner mit einem Lächeln. Heute ist hingegen ein breites Sortiment an Einrichtungen verfügbar, um die verschiedensten Arbeitsprozesse zu erleichtern und sich vor Unfallgefahren zu schützen – ein Blick in unseren ToolShop bestätigt dies.

«Generell sind die Arbeitsplätze in der Industrie mitarbeiterfreundlicher geworden», fährt Otmar Wittensöldner fort. Bessere Gerätschaften ermöglichen eine unfallfreie und auch rationellere Arbeitsweise. Automatisierte Vorrichtungen sorgen für eine körperliche Entlastung des Personals und Warnsysteme oder Not-Aus-Mechanismen helfen, Unfällen vorzubeugen.

Ergonomische und sichere Vorrichtungen steigern nicht nur die Produktivität, sondern reduzieren auch die krankheitsbedingten Fehlzeiten.

Nach wie vor grosses Potenzial vorhanden

Trotzdem sind die grundsätzlichen Herausforderungen bis heute die gleichen geblieben. Vielerorts ist es die grösste Hürde, das Management von gesundheits- und sicherheitstechnischen Optimierungen zu überzeugen. Noch immer herrscht die falsche Annahme, dass die in Ergonomie und Arbeitsplatzgestaltung investierten Beträge sich nur schlecht rechnen. Nur langsam entdecken immer mehr Führungskräfte, dass sich mit moderner Einrichtung in einem KMU bis zu 100’000 Franken im Jahr einsparen lassen. Haben Sie dazu schon unseren Vorgängerbericht Gesünder, schneller und günstiger arbeiten gelesen?

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Die grössten Benefits: so zahlt sich Ergonomie am Arbeitsplatz aus.

«Wir hatten schon damals gesagt, dass mit wenig Aufwand viel erreicht werden kann.» Doch das Bewusstsein komme gemäss dem Experten erst jetzt richtig auf – vielleicht auch deswegen, weil die ganze Prozesskette betrachtet wird: Heute optimieren die Spezialisten am LEA nicht nur die Arbeitsgänge von einem Arbeitsplatz zum nächsten, sondern trimmen ganze Produktionsketten auf höchstmögliche Effizienz. Reto Gruber, Lean Consultant bei Brütsch/Rüegger Tools, und sein Team unterstützen immer mehr Unternehmen dabei, neben Ergonomie und Arbeitsplatzgestaltung auch Lean Management miteinzubeziehen. Schliesslich sind Arbeitnehmende das grösste Kapital eines Unternehmens und ihnen und ihrer Gesundheit muss Sorge getragen werden.

Gemäss Lean Management ausgelegte Prozesslinien sorgen für optimale Ergonomie und Sicherheit am Arbeitsplatz.
Rückenschmerzen in der Schweiz immer häufiger: Wer die Absenzkosten gering halten will, muss der Gesundheit der Mitarbeitenden Sorge tragen.

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